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Glückliches Ende im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

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Glückliches Ende im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

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Die Chefs der jeweiligen Energieversorger haben sich nach stundenlangen Verhandlungen am Mittwoch auf einen Kompromiss geeinigt. Der Vorstandsvorsitzende des russischen Gazprom-Knzerns, Alexej Miller, sagte, man sei mit dem Ergebnis zufrieden. Nun sei auch die Versorgungssicherheit für West- und Mitteleuropa wieder hergestellt.

Tatsächlich ist die Vereinbarung reichlich kompliziert: Gazprom verkauft das Gas für 230 Dollar pro 1000 Kubikmeter an einen Zwischenhändler, an dem das Energieunternehmen Anteile hält. Dieser Zwischenhändler fügt billigeres zentralasiatisches Gas hinzu und verkauft das Ganze für 95 Dollar an die Ukraine. An Transitgebühren bezahlt Russland statt bisher 1 Dollar 09 nun 1 Dollar 60 für den Transport von 1000 Kubikmeter Gas über 100 Kilometer. Der Vertrag gilt für fünf Jahre. Experten zweifeln allerdings daran, dass das Abkommen funktioniert. Fraglich ist, wie Gazprom das Geschäft mit dem Zwischenhändler verrechnet, damit dieser keine Millionenverluste macht. Der ukrainische Premierminister Jurij Jechanurov begrüßte die Einigung, rief jedoch die ukrainische Bevölkerung gleichzeitig dazu auf, Energie zu sparen. Schließlich kommen auf die Ukraine in Zukunft deutliche Mehrausgaben zu. Gemäß ersten Rechnungen muss das Land 2006 knapp fünf Milliarden Dollar für Gas zahlen und bekommt etwa eine Milliarde für den Transit. Hinweise darauf, dass Gazprom, wie angestrebt, auch die Kontrolle über die ukrainischen Gaspipelines erhält, gibt es nicht. Auch der russische Präsident Wladimir Putin lobte den ausgehandelten Kompromiss. Die Übereinkunft werde sich auf die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine positiv auswirken, sagte Putin.