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Geteilte Reaktionen auf Scharons Schlaganfall in Palästinensergebieten

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Geteilte Reaktionen auf Scharons Schlaganfall in Palästinensergebieten

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Der palästinensische Regierungschef Ahmed Kureia hat Ariel Scharon eine schnelle Besserung gewünscht. In Ramallah sagte er, die Palästinenser hofften, dass Scharon sich erhole. Außerdem wünsche man sich einen politischen Führer in Israel, der für den Frieden sei. Die Palästinenser seien bereit, ernsthafte und verlässliche Verhandlungen aufzunehmen. Die islamistische Hamas-Bewegung ließ über ihren Sprecher Muschir al-Masri verlauten, dass die politische Karte der gesamten Region sich ändern werde. Doch ohne einen Verbrecher wie Scharon könne es nur besser werden.

In den Palästinensergebieten nahmen die Menschen den ernsten Gesundheitszustand Scharons unterschiedlich auf. Für manche Palästinenser haben Scharon und seine Regierungszeit Leiden verursacht. Doch, so ist zu hören, sei er Einzige, der sich für den Frieden eingesetzt habe. Für andere ist Scharon schlicht ein “Krimineller, ein Kriegsverbrecher, der viele Menschen massakriert hat”, das zumindest war auf den Straßen von Gaza zu hören.

Dort feierte ein Teil der Bevölkerung die schwere Erkrankung des israelischen Ministerpräsidenten. Vor allem Mitglieder militanter Gruppen zeigten sich erfreut über dessen schlechten Gesundheitszustand. Ein Führer des Islamischen Dschihad sagte, das palästinensische Volk werde “niemals traurig über die Krankheit sein, Scharon solle zur Hölle fahren”. Andere befürchten eine dunkle Zukunft für die Palästinenser. Selbst in Kreisen der Hamas, die am 25. Januar erstmals bei einer Parlamentswahl antritt, hieß es, auch der Ersatz für Scharon werde “nicht besser sein”.