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Drittes Todesopfer der Vogelgrippe in der Türkei - H5N1-Verdacht bestätigt

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Drittes Todesopfer der Vogelgrippe in der Türkei - H5N1-Verdacht bestätigt

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Nach dem Tod dreier mit dem Vogelgrippe-Virus infizierter Kinder in der Türkei wächst die Sorge vor Ausbreitung der Krankheit. Am Morgen war eine weitere Tochter der betroffenen Familie in Ostanatolien gestorben. Die Weltgesundheitsorganisation bestätigte die Infektion mit dem Vogelgrippevirus.

Laut dem türkischen Gesundheitsministerium wies ein britisches Labor inzwischen nach, dass die beiden anderen Geschwister mit dem Virus-Untertyp H5N1 infiziert waren. Mehr als zwanzig Menschen aus dem Dorf an der Grenze zu Armenien und Aserbeidschan und aus anderen osttürkischen Provinzen werden mit Verdacht auf Vogelgrippe im Krankenhaus behandelt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bedauerte, dass viele Dorfbewohner ihr krankes Geflügel lieber versteckten oder sofort schlachteten und selbst äßen, anstatt die Behörden zu informieren. Dabei würden diese sogar Entschädigung zahlen. Der Regierung war vorgeworfen worden, die Bevölkerung zu spät gewarnt zu haben.

Bewohner klagten, dass sie in den Apotheken nicht genügend Grippeschutzmittel bekämen. Armut, Unwissenheit und die verbreitete Gewohnheit, das Geflügel im Haus zu halten, erhöhen das Risiko für die Bevölkerung in der Osttürkei. Die Kinder sollen mit den Köpfen der geschlachteten Hühner gespielt haben.

In der betroffenen Region wurden inzwischen tausende Hühner, Enten und anderes Geflügel getötet. WHO-Experten sollen dort genauer erforschen, ob das Virus tatsächlich über den Kontakt mit krankem Federvieh auf die Kinder übertragen wurde, was nach bisherigem Erkenntnisstand nahe liegt, oder ob doch eine Übertragung von Mensch zu Mensch stattfand. In jenem Fall wäre der Ausbruch einer Grippeepidemie zu befürchten.