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Rätselraten um künftigen Kadima-Parteichef

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Rätselraten um künftigen Kadima-Parteichef

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Auch nach dem schweren Schlaganfall von Ariel Scharon könnte seine neugegründete Kadima-Partei die Parlamentswahlen im März gewinnen. Das ist das Ergebnis zweier Umfragen, die freilich von der Sympathiewelle für Scharon beeinflusst sein dürften. Die politische Zukunft Israels bleibt dennoch ungewiss. Zahlreiche Politiker stellen sich derzeit demonstrativ hinter Interims-Regierungschef Ehud Olmert – so etwa der Chef der Arbeitspartei Amir Perez, dessen Gruppierung bei den Parlamentswahlen keine großen Chancen hat. Die israelische Demokratie sei stark genug, um diese Krise zu meistern, sagte Perez. Er werde Olmert alle Unterstützung geben, die dieser benötige, um durch diese schwere Zeit zu kommen.

Auch Friedensnobelpreisträger Simon Peres, der selbst als möglicher neuer Kadima-Parteichef gehandelt wird, versicherte Olmert seiner Loyalität: “Ich wünsche ihm Erfolg und ich hoffe, dass der Friedensprozess und die Versuche, den Terrorismus zu beenden, in vollem Umfang fortgesetzt werden.” Mit Peres als Parteichef könnte Kadima, so die Umfragen, 42 der insgesamt 120 Parlamentssitze gewinnen. Olmert ist einer von Scharons engsten Vertrauten. Er wird als machtbewusst, sensibel und pragmatisch beschrieben, wandelte sich vom Hardliner zum gemäßigten Politiker und gehört zu den Kadima-Gründungsmitgliedern. Laut den Umfragen könnte Kadima unter seiner Führung 40 der 120 Parlamentssitze gewinnen. Aber auch die charismatische Justizministerin Tsipi Livni ist als mögliche Kadima-Parteichefin im Gespräch – allerdings sehen die Umfragen die Partei unter ihrer Führung bei nur 36 Prozent. Zahlreiche Israelis beteten auch am Freitag für ihren schwerkranken Ministerpräsidenten. Nicht nur an der Klagemauer in Israel fanden sich viele Gläubige ein – auch in anderen israelischen Städten versammelten sich die Menschen, um Scharon baldige Genesung zu wünschen.