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Der Papst vergab seinem Attentäter einst persönlich

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Der Papst vergab seinem Attentäter einst persönlich

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Was oder wer Ali Agca einst dazu bewegte, auf den Papst zu schießen, ist nie geklärt worden. Johannes Paul der Zweite besuchte seinen Attentäter zwei Jahre später in der Gefängniszelle; vergeben hatte er ihm schon kurz nach dem Anschlag von seinem Krankenbett aus. Doch Agca machte über sein Motiv und mögliche Hintermänner seither widersprüchliche und zum Teil verrückt wirkende Aussagen. Als Drahtzieher wurde sogleich der sowjetische Geheimdienst KGB vermutet, aber bewiesen wurde das nie. Es geschah am 13. Mai 1981, auf dem Petersplatz in Rom: Agca feuerte mit einer Pistole auf Johannes Paul II. und verletzte ihn schwer, vor allem am Magen. Der damals 23-jährige Agca war kein unbeschriebenes Blatt: Als türkischer Rechtsextremist aus dem Umfeld der Grauen Wölfe war er ein Jahr vor dem Papstattentat in der Türkei für den Mord an einem prominenten Journalisten zum Tode verurteilt worden, – in Abwesenheit, denn ihm gelang die Flucht ins Ausland. Auch die Hintergründe dieses Attentats sind bis heute nicht geklärt. Wegen des Mordanschlags auf den Papst saß Agca knapp 20 Jahre in Italien im Gefängnis. Danach wurde er in der Türkei wegen weit zurückliegender Raubüberfälle erneut vor Gericht gestellt und zu einer Gesamtstrafe von etwas mehr als sieben Jahren verurteilt, wobei er von diversen Amnestien profitierte. Die Strafe gilt nun als verbüßt.