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Likud-Minister verweigern Parteichef Gefolgschaft

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Likud-Minister verweigern Parteichef Gefolgschaft

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Nach dem Austritt des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon kündigt sich in der Likud-Partei eine neue Krise an. Die vier Minister des konservativen Likud-Blocks wollen entgegen der Anweisung ihres Parteivorsitzenden Benjamin Netanjahu in der Regierung bleiben.

Der Likud-Vorsitzende begründete seine Anordnung damit, dass die neu gegründete Kadima-Partei des schwer kranken Ministerpräsidenten und die Arbeitspartei mit dem Wahlkampf begonnen hatten. Netanjahu hatte den Rücktritt der Minister bereits früher geplant, wegen Scharons Schlaganfall aber verschoben. Bei den vier Kabinettsmitgliedern handelt es sich neben dem Gesundheits-, Landwirtschafts- und Erziehungsminister auch um Aussenminister Silwan Schalom. Er ist einer der führenden Köpfe der Likud-Partei und grösster Konkurrent Netanjahus. Scharons Stellvertreter, Ehud Olmert, der vor einer Woche die Regierungsgeschäfte übernommen hatte, wird bis zu den Parlamentswahlen am 28. März an der Spitze der Regierung bleiben. Umfragen zufolge liegt Scharons Kadima-Partei in der Wählergunst vorn, gefolgt von der Arbeitspartei. Der Likud steht erst an dritter Stelle. Eine Woche nach seinem schweren Schlaganfall verbesserte sich der Zustand Scharons weiter. Die Ärzte sind nach eigenen Angaben jedoch noch weit davon entfernt, den vollen Schaden am Gehirn des 77-Jährigen abschätzen zu können. Die weiteren Untersuchungen können noch Monate dauern.