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Papstattentäter wird aus Haft entlassen - "Johannes Paul II. hätte sich gefreut"

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Papstattentäter wird aus Haft entlassen - "Johannes Paul II. hätte sich gefreut"

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Der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca wird heute vorzeitig aus der Haft entlassen. Nach Angaben seines Anwaltes wird er das Istanbuler Kartal-Gefängnis gegen Mittag verlassen. Seit 2000 verbüßte Agca in der Türkei eine Haftstrafe wegen des Mordes an einem türkischen Journalisten. Wegen des Mordanschlags auf den Papst saß er knapp 20 Jahre in Italien im Gefängnis. Im Juni 2000 wurde er begnadigt und in die Türkei abgeschoben. Nach seiner Entlassung muss der 48-jährige Agca beim türkischen Militär vorstellig werden, weil er seine Wehrpflicht noch nicht erfüllt hat. Agca hatte am 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz in Rom mit einer Pistole auf Johannes Paul II. geschossen und ihn dabei lebensgefährlich am Bauch verletzt. Als Drahtzieher wurde sogleich der sowjetische Geheimdienst KGB vermutet, aber bewiesen wurde das nie. Agca selbst machte über sein Motiv und mögliche Hintermänner seither widersprüchliche und zum Teil verrückt wirkende Aussagen. Johannes Paul II. besuchte seinen Attentäter zwei Jahre später in der Gefängniszelle; vergeben hatte er ihm schon kurz nach dem Anschlag von seinem Krankenbett aus. Als der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi im Jahr 2000 dazu neigte, Agcas viertes Begnadigungsgesuch zu akzeptieren, stimmte insgeheim auch der Papst zu. Selbst wenn der Vatikan offiziell keine Stellungnahme abgibt, Wegbegleiter des verstorbenen Papst Johannes Paul II. – allen voran dsein ehemaliger Privatsekretär Stanislaw Dziwisz – sagen, “Er hätte sich gefreut!”