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Neuer italienischer Zentralbankchef Draghi tritt Amt an

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Neuer italienischer Zentralbankchef Draghi tritt Amt an

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Nach Monate langen Turbulenzen hat die italienische Zentralbank seit diesem Montag einen neuen Gouverneur.

Mario Draghi trat in Rom offiziell sein Amt an.

Oberste Aufgabe des 58jährigen früheren Spitzenbeamten im Finanzministerium ist es, die Bank aus ihrer Krise zu führen und ihre Reform voranzutreiben.

Zugleich gilt es, das Vertrauen in den italienischen Finanzmarkt wiederherzustellen.

Dafür ist Draghi, der zuletzt bei der Investmentbank Goldman Sachs in London arbeitete, nach Einschätzung von Beobachtern der richtige Mann.

Draghis Vorgänger, Antonio Fazio, war Ende des vergangenen Jahres zurückgetreten, nachdem die Justiz Ermittlungen gegen ihn eingeleitet hatte.

Fazio soll bei Übernahmekämpfen um heimische Banken ausländische Geldinstitute benachteiligt haben.

Dazu gehörte etwa die gescheiterte Übernahme der Banca Nazionale del Lavoro durch den Bologneser Versicherer Unipol.

Unipol war offenbar zu der Operation gedrängt worden, um den spanischen Mitbewerber BBVA auszubooten.

Die Spanier hatten sich im Sommer zurückgezogen, nachdem Unipol ins Rennen gestiegen war.

Auch beim Kampf um die Banca Antonveneta soll Fazio versucht haben, die Übernahme durch den niederländischen Finanzkonzern ABN Amro zu verhindern. Vergeblich.

Das Gegenangebot der damals von einem Fazio-Vertrauten geführten Banca Popolare Italiana erwies sich als nicht ausreichend.

Zudem mobilisierten die Niederländer die Brüsseler Wettbewerbsbehörden gegen die italienische Zentralbank.