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Randale und Verletzte bei Protesten europäischer Hafenarbeiter in Straßburg

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Randale und Verletzte bei Protesten europäischer Hafenarbeiter in Straßburg

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Europas Hafenarbeiter gehen gegen die Liberalisierung der Hafendienstleistungen auf die Barrikaden. Bei den Protesten von über fünftausend Menschen vor dem EU-Parlament in Straßburg und in der Innnenstadt wurden mehrere Polizisten verletzt.

Der Widerstand richtet sich gegen die Richtlinie zur Liberalisierung der Hafendienstleistungen, das so genannte Hafenpaket 2. Das Parlament wird nach Beratung an diesem Dienstag am Mittwoch darüber abstimmen. Die Gegner fürchten Sozialdumping und niedrigere Sicherheitsstandards. Das erste Hafenpaket war schon Ende 2003 gescheitert.

“Der Hauptgrund ist, dass die Demokratie nicht funktioniert”, erklärt ein Demonstrant. “Das Hafenpaket wird schon zum zweiten Mal debattiert. Es zeigt, dass das Parlament nicht auf die Menschen hört und nicht wirklich demokratisch ist. Sonst würden sie es nicht noch einmal vorlegen. Das ist sehr ärgerlich für die Hafenarbeiter in ganz Europa.”

Bei der Randale gingen gut 100 Quadratmeter der Fensterfront des Parlaments zu Bruch.

Die Proteste bestärken die Gegner im Parlament:
Auch bei den Abgeordenten zeichnet sich eine fraktionsübergreifende Koalition gegen den Richtlinienentwurf ab.

“Sie haben unsere Aufmerksamkeit auf die Gefahren gelenkt, die díe Hafenrichtlinie birgt in Bezug auf den Status der Dockarbeiter, die Sicherheit der Dienste, und sie fordern uns Parlamentarier auf, die ebenso unnötige wie schädliche Richtlinie abzulehnen – wie wir es schon vor zwei Jahren taten”, erklärt der französische Sozialist Henri Weber.

In Belgien, Frankreich, Spanien und Griechenland standen die Hafenanlagen still. Die Arbeiter wehren sich vor allem gegen die Öffnung der Lotsendienste für alle Anbieter und die Möglichkeit für die Reeder, ihre Schiffe mit eigenem Personal abzufertigen. Das Hafenpaket 2 stammt noch von der vorigen Kommission. Verkehrskommissar Jacques Barrot zeigte Verständnis für die Kritik.