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Weiter Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste

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Weiter Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste

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Nach heftigen Gefechten haben sich die internationalen Friedenstruppen aus zwei Städten im Westen der Elfenbeinküste zurückgezogen. In der Hauptstadt Abidjan randalierten am dritten Tag in Folge Anhänger von Präsident Laurent Gbagbo. Mitglieder der so genannten “Jungen Patrioten” errichteten Barrikaden und belagerten UN-Büros. Vor der französischen Botschaft forderten sie den Abzug der Blauhelme, speziell der Soldaten aus der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Bei Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und UN-Soldaten wurden in Guiglo im Westen mindestens vier Menschen getötet. Der Großteil der Blauhelme ist entlang der Pufferzone zwischen dem Süden und dem von Rebellen kontrollierten Norden stationiert. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union, der nigerianische Staatspräsident Olusegun Obasanjo, ist zu Vermittlungsgesprächen in Abidjan eingetroffen. Obassanjo traf mit Staatspräsident Laurent Gbagbo zusammen. Hintergrund der aktuellen Krise ist die Empfehlung der internationalen Vermittler, das Parlament aufzulösen, dessen Mandat Mitte Dezember ausgelaufen war. Gbagbo wollte die Legislaturperiode unter Verzicht auf Wahlen einfach verlängern. In der Elfenbeinküste herrscht seit Monaten politischer Stillstand. Das Land ist zweigeteilt, der Norden wird von der Rebellengrippe “Neu Kräfte” kontrolliert. Die Vereinten Nationen haben 7.000 Blauhelmsoldaten und Beobachter im Land, die vor allem die Pufferzone zwischen Nord und Süd kontrollieren.