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Konservativer Anibal Cavaco Silva siegt bei Präsidentschaftswahl in Portugal

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Konservativer Anibal Cavaco Silva siegt bei Präsidentschaftswahl in Portugal

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Anibal Cavaco Silva hat die Wahl gewonnen. Er erhielt über 50 Prozent der Stimmen und erreichte damit bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Der ehemliage Ministerpräsident wird damit das erste liberal-konservative Staatsoberhaupt Portugals seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1974. Vor dem Präsidentenpalast Belem in Lissabon jubelten ihm seine Anhänger zu. Cavaco Silva war ohne sein Parteibuch angetreten, weil er, wie er sagte, ein Präsident für alle Portugiesen sein will. Im Wahlkampf hatte er betont, er wolle das Land wettbewerbsfähig machen und ihnen das Wort “Ehrgeiz” nahe bringen. Das Amt übernehmen wird er am 9. März – dann wird er den scheidenden Präsidenten Jorge Sampaio ablösen.

Über 30 Jahre lang stellten in Portugal immer die Sozialisten den Präsidenten. Doch nun trauen die Portugiesen es dem liberal-konservativen Cavaco Silva am ehesten zu, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen. Als einer der ersten hat der Kandidat der Sozialisten, Mario Soares, seine Niederlage öffentlich eingestanden und Cavaco Silva zum Sieg gratuliert. Die Sozialisten hatten den ehemals beliebten Präsident aufgestellt und damit für eine Spaltung in der Partei gesorgt, denn auch Manuel Alegre kandidierte für das Präsidentenamt, allerdings ohne die offizielle Unterstützung seiner Partei.

Nun bekam Alegre mehr Stimmen als Soares. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei knapp über 60 Prozent – damit war sie höher als bei den letzten Präsidentschaftswahlen vor fünf Jahren. Die meisten trauen Cavaco Silva zu, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen. – sie sind der schlechten Wirtschaftslage überdrüssig. Die Kaufkraft der Portugiesen, das Wirtschaftswachstum – all das liegt unter dem EU-Durchschnitt, die Arbeitslosigkeit ist relativ hoch. – und Cavaco Silva steht für Wirtschaftswachstum. Denn er war Ministerpräsident, als es Portugal richtig gut ging. Er führte das Land auch in die EG und jetzt hoffen wohl viele auf eine Neuauflage dieses portugiesischen Wirtschaftswunders. So hat der neoliberale Wirtschaftsprofessor auch Wahlkampf damit gemacht, dass er den Portugiesen das Wort “Ehrgeiz” nahe bringen und sie wettbewerbsfähig machen will. Wie ehrgeizig er selbst ist, das zeigt nicht zuletzt auch sein eigener Werdegang: Geboren wurde er in einem kleinen Ort an der Algarve als Sohn eines Tankwarts – und arbeitete sich selbst hoch zum Wirtschaftsprofessor und Ministerpräsident. Und ganz nebenbei wurde der zweifache Vater noch portugiesischer Meister im Hürdenlauf.Gestolpert ist er vor zehn Jahren – da ist er schon einmal als Präsidentschaftskandidat angetreten. Damals scheiterte er aber gegen den Noch-Amtsinhaber Jorge Sampaio. Der durfte sich jetzt allerdingsnach zwei Amtsperioden nicht noch einmal zur Wahl stellen.