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Präsidentschaftswahlen in Portugal nach erstem Wahlgang entschieden

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Präsidentschaftswahlen in Portugal nach erstem Wahlgang entschieden

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Gewonnen hat der konservative Anibal Cavaco Silva. Er erhielt über 50 Prozent der Stimmen und erreichte damit bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Der ehemalige Ministerpräsident wird das erste liberal-konservative Staatsoberhaupt Portugals seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1974. Cavaco Silva sagte nach Bekanntwerden des Ergebnisses, er wünsche sich, dass sein Sieg auch ein Sieg für Portugal sein werde. Cavaco Silva war ohne sein Parteibuch angetreten. Er will nach eigener Auskunft ein Präsident für alle Portugiesen sein. Im Wahlkampf hatte er betont, er wolle das Land wettbewerbsfähig machen und den Portugiesen das Wort “Ehrgeiz” nahe bringen. Der 66-jährige steht bei seinen Landsleuten im Ruf ein guter Wirtschaftspolitiker zu sein. Über 30 Jahre lang stellten in Portugal immer die Sozialisten den Präsidenten. Doch nun trauen die Portugiesen es Cavaco Silva am ehesten zu, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen. Für die Sozialisten wurde der Wahlabend zum Fiasko, unter anderem, weil sich mehrere Kandidaten des linken Lagers gegenseitig die Stimmen abjagten. Der Schriftsteller Manuel Alegre, der zwar den Sozialisten angehört, aber auf eigene Rechnung kandidiert hatte, gestand seine Niederlage ein: “Das Hauptziel meiner Kandidatur, in die Stichwahl zu kommen, habe ich knapp verfehlt,” sagte er am Sonntag abend, “Aber uns bleiben die Erfahrung, die Hoffnung und das Beispiel einer Demokratie der Teilhabe und Macht der Bürger.” Zuvor hatte schon der offizielle Kandidat der Sozialisten, Mario Soares, seine Niederlage eingestanden und Cavaco Silva zum Sieg gratuliert. Der 81-jährige sollte für die Sozialisten das Zugpferd sein. Er kam aber nur auf den dritten Platz. “Ich gestehe die Niederlage ein mit dem Gefühl, meine Arbeit getan zu haben, in demokratischem fair-play und mit Verantwortungsbewusstsein.” Der 81-jährige, der als Vater der portugiesischen Demokratie gilt, war bereits von 1986 bis 96 Präsident, in zwei aufeinander folgenden Amtsperioden.