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Wahlkampf bei hamas

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Wahlkampf bei hamas

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Sprechchöre, ein grüner Fahnenwald und über allem die Losung:“Veränderung und Reformen”. Im Vordergrund steht die selbstbewußte Ankündigung der Hamas-Kandidaten:“Wir wollen Verantwortung übernehmen.“Das heisst aber nicht, dass die radikalen Aufforderungen zur Vernichtung Israels verschwunden seien.

“Wir werden niemals Israel als Nachbar anerkennen, wir werden ihm niemals erlauben, auch nur einen Fuß auf palästinensischen Boden zu setzen”,ruft der Hamas-Führer von Gaza seinen Anhängern zu Nachdem die 1987 gegründete radikal-islamische Organisation lange die palästinnsische Autonomiebehörde abgelehnt hatte, ist sie nun pragmatischer geworden. Mit ihren sozialen Diensten wird sie von vielen Palästinensern als Alternativen zur korrupten Autonomiebehörde angesehen.Politiker der Hamas erscheinen den Wählern oft bescheidener und daher glaubwürdiger. Und Hamas profitiert gegenwärtig auch von der Schwäche des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas.Der schafft es nicht, für öffentliche Ordnung zu sorgen.In seiner eigenen Partei, der Fatah, ist ein wilder Machtkampf ausgebrochenNicht einmal seine Polizei hat der Präsident richtig im Griff. Die Hamas hingegen regiert nach ihren Erfolgen bei den Kommunalwahlen bereits in vielen Orten. Umfragen sagen ihr für die Parlamentswahl bis zu ein Drittel der Stimmen voraus.Der Soziologe Nader Saed sieht Anzeichen für einen grundlegenden Wandel:“Hamas hat sich entschlossen mitzuspielen, nach den Regeln der internationalen Gemeinschaft. Hamas hat sich gewandelt – von einer militanten zu einer politischen Gruppe, die eine soziale und politische Bewegung innerhalb der palästinensischen Gesellschaft repräsentiert.” Wird dieser Wandel weitergehen?Oder wird erstmals eine Partei an der Regierung beteiligt, deren Ziel die Zerstörung Israels ist?