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Jerusalem und Palästinenserwahl

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Jerusalem und Palästinenserwahl

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In Ost-Jerusalem werden Plakate geklebt.Wahlkampf für die Parlamentswahl der Palästinenser.Wochenlang hielten sich hier Gerüchte, Israel würde den palästinensischen Bewohnern von Ost-Jerusalem die Wahlteilnahme verbieten.Denn Israel beansprucht ganz Jerusalem – während die Palästinenser den Ostteil als ihre natürliche Hauptstadt ansehen. Menachem Klein, der bei den Genfer Verhandlungen dabei war, meint, Israelwolle alles zerstören, was den arabischen Teil von Jerusalem zur Hauptstadt des West-Jordanlandes mache, um dann das eigene Entwicklungskonzept durchzusetzen.

Und das laufe darauf hinaus, ganz Jerusalem zu annektieren.Darum auch die jüdischen Siedlungen, die sich zwischen das palästinensische Westjordanland und Ost-Jerusalem drängen.Umzäumt und scharf bewacht.230.000 Menschen leben im arabischen Ost-Jerusalem hinter der Mauer, die nicht nur Palästinenser von Israelis trennt sondern auch Palästinenser von Palästinensern.Die Mauer durchschneidet palästinensische Wohngebiete.Plötzlich leben die Palästinenser von Ramallah und jene von Ost-Jerusalem im verschiedenen Welten mit all den Schwierigkeiten, die so einer Trennmauer mit sich bringt. Abou Hicham etwa findet sich jetzt mit seiner Familie auf der falschen Seite wieder. Alle Behördenangelegenheiten von Schule bis Gesundheit muss er in Ost-Jerusalem erledigen, obwohl eigentlich der Weg nach Ramallah einfacher wäre…. Und Jamal Joumaa vom Verein “Stoppt die Mauer” spricht vom einem für die Palästinenser verlorenen Jerusalem, das durch die Mauer vom Westjordanland isoliert werde.

Wählen dürfen sie nun doch, die Palästinenser von Ost-Jerusalem.Wieweit ein neues Parlament und eine neue Autonomiebehörde ihre Lage werden erleichtern können, darüber kann man am Vorabend der Wahlen nur spekulieren.