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Israel: Ehud Olmert stellt Abzug aus dem Westjordanland in Aussicht

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Israel: Ehud Olmert stellt Abzug aus dem Westjordanland in Aussicht

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Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat in seiner ersten politischen Rede seit Übernahme der Amtsgeschäfte einen Rückzug aus Teilen des Westjordanlandes angekündigt. Israel werde nicht in der Lage sein, weiter über ein Gebiet zu bestimmen, in dem die Mehrheit des palästinensischen Volkes lebe, sagte Olmert am Dienstag bei einer Strategiekonferenz. Daher müsse so bald wie möglich eine Grenzlinie festgelegt werden, die den demographischen Realitäten entspreche.

Derzeit leben im Westjordanland rund 2,4 Millionen Palästinenser. Die etwa 400.000 Israelis in dem Gebiet wohnen ausschließlich in Siedlungen, weitgehend abgeschottet von der restlichen Bevölkerung. Diese Siedlungen sollen laut Olmert auch nach einem Rückzug im Westjordanland verbleiben. Außerdem stellte der Ministerpräsident klar, dass ein Verzicht auf Ost-Jerusalem für Israel nicht in Frage komme. Der Ostteil der Stadt ist überwiegend von Palästinensern bewohnt. Ehud Olmert führt die Amtsgeschäfte, seit Ariel Scharon nach seinem schweren Schlaganfall im Koma liegt. Erst kürzlich übernahm Olmert auch den Vorsitz von Scharons neugegründeter Kadima-Partei.