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Hamas: Auf dem Weg zum seriösen Akteur

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Hamas: Auf dem Weg zum seriösen Akteur

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Den Rückzug Israels hat die Hamas als Sieg ihrers bewaffneten Kampfes gefeiert. Geschickt hat die frühere Untergrundorganisation die chaotische Lage im Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes für ihren politischen Erfolg genutzt. Viele Wähler haben nun große Erwartungen. Die Islamisten sollen mit weit verbreiteten Missständen aufräumen. Mit diesem Versprechen ist die Hamas, die als Liste für Veränderung und Reform angetreten ist, in den Wahlkampf gezogen.

Seit fast einem Jahr verzichtet die Hamas auf Selbstmordanschläge in Israel. Ein Kurswechsel sei das nicht, Verhandlungen mit Israel seien aber kein Tabu mehr, sagt die Hamsführung. Auf tödliche Anschläge gegen Israel und Sozialarbeit hat die Hamas ihre Unterstützung gegründet. Durch Bau von Kindergärten, Schulen und Suppenküchen gewann sie Rückhalt vor allem bei verarmten Palästinensern. Hamas-Sprecher Sami Abu Schuri verweist auf die Neuausrichtung der Organisation: “Einerseits werden wird den Widerstand gegen Aggression und Okkupation aufrechterhalten, andererseits wollen wir den Wandel. Wir wollen die Öffnung zur Arabischen und Islamischen Welt und ebenfalls zur Völkergemeinschaft”, sagt Abu Schuri. Die Hamas beklagt sich, daß es Israel gelungen sei, sie als Terrororganisation abzustempeln. Mit einer 150 000 Euro schweren Image-Kampagne will die Hamas dieses Image los und als seriöser Spieler im Machtpoker des Nahen Ostens akzeptiert werden.