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Hamas erringt überragenden Sieg bei Wahl in Palästinensergebieten

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Hamas erringt überragenden Sieg bei Wahl in Palästinensergebieten

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Die islamistische Hamas hat bei den Parlamentswahlen in den Palästinensergebieten einen überragenden Sieg errungen. Sie erhielt die absolute Mehrheit der 132 Parlamentssitze. In Ramallah versuchten Anhänger der Bewegung, das Parlament zu stürmen und die Fahne der Hamas auf dem Dach zu befestigen. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Hamas-Anhängern und denen der unterlegenen Fatah von Präsident Mahmud Abbas. Es fielen Schüsse, mehrere Menschen sollen verletzt worden sein. Beide Seiten schleuderten Steine und zertrümmerten Fensterscheiben. Die Wahlkommission teilte mit, dass nach ersten offiziellen Ergebissen die Hamas 76 Sitze im Parlament erhielt, die Fatah kam auf 43. Die Fatah erkannte den Sieg der Islamisten an. Im Westen wurde der Wahlsieg der islamistischen Hamas angesichts der unabsehbaren Folgen für den Friedensprozess im Nahen Osten mit Sorge verfolgt. In Gaza nahm Mahmud al-Sahar zahlreiche Glückwünsche für den Erfolg bei der Wahl entgegen. Er ist einer der Gründer von Hamas und ihr Führer im Gaza-Streifen. Al-Sahar gilt als enger Vertrauter des von Israel ermordeten ehemaligen Hamas-Chefs Scheich Jassin. Beobachter der Europäischen Union bezeichneten die erste palästinensische Parlamentswahl seit zehn Jahren als “offen und fair”. Der Wahlprozess sei “reibungslos und friedlich” verlaufen, er sei ein “wichtiger Meilenstein” auf dem Weg zu demokratischen Institutionen.