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Neuer Skandal beim russischen Militär

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Neuer Skandal beim russischen Militär

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Russische Unteroffiziere haben einen Wehrpflichtigen so stark misshandelt, dass ihm beide Beine, ein Finger und die Genitalien amputiert werden mussten. Die stundenlangen Misshandlungen durch Dienstältere hatten sich zu Neujahr in einer Militärschule in Tscheljabinsk am Ural ereignet. Der junge Mann soll auch vergewaltigt worden sein. Drei der mutmasslichen Täter wurden festgenommen. Die russische Armee ist berüchtigt für die Misshandlung von jüngeren Wehrpflichtigen. Jährlich gäbe es 2000 Opfer, ohne dass die oberste Militärführung ernste Massnahmen dagegen ergreife, heisst es. Verteidigungsminister Sergej Ivanov versprach Abhilfe: “Ich habe den Generalsstabschef beauftragt, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Wir werden die Ergebnisse veröffentlichen, wenn die Untersuchung beendet ist. Wir werden niemanden decken,” sagte Ivanov.

Trotzdem warf das lokale Komitee der Soldatenmütter dem Verteidigungsminister und dem Militär vor, den Vorfall herunterzuspielen. Der Vorfall war bekannt geworden, weil sich Mitarbeiter des Krankenhauses nicht an die von den Miltärs auferlegte Schweigepflicht gehalten hatten.