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Fatah-Anhänger begehren auf gegen die eigene Führung

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Fatah-Anhänger begehren auf gegen die eigene Führung

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Fatah-Anhänger wollen oder können sich offensichtlich nicht mit der Wahlniederlage ihrer Partei abfinden. Einige von ihnen haben in Ramallah das Palästinenserparlament gestürmt, in das nach der Wahl vom vergangenen Mittwoch nun mehrheitlich Vertreter der radikal-islamischen Bewegung “Hamas” einziehen werden. Die Stimmung ist aufgeheizt – Schüsse hallen – gefeuert wird vorläufig in die Luft.

Der Zorn richtet sich gegen die eigene Führung. Besonders jüngere Fatah-Anhänger werfen ihrer zu einem guten Teil noch aus den Zeiten von Parteigründer Arafat stammenden alten Garde vor, mit Korruption und Mißwirtschaft das Vertrauen der Menschen und damit nun auch die Macht verspielt zu haben. Vor der Mukata, dem Präsidentensitz in Ramallah, werden Rufe nach dem Rücktritt der gesamten Führung laut – einschließlich Präsident Mahmoud Abbas!

In Gaza protestieren gar die Polizisten. Sie warnen, jetzt könnten gewaltbereite Hamas-Leute die Sicherheitsbehörden der Palästinenser übernehmen. Dabei hatte sich gerade in Gaza die nun abgewählte Fatah-Führung als unfähig erwiesen, für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Weil Israel den Palästinensern aus dem Gazastreifen Reisefreiheit Richtung Westjordanland verwehrt, haben die sich in Gaza ein zweites Parlamentsgebäude eingerichtet. Auch das wurde heute gestürmt – es war ja keiner mehr da, um es zu bewachen.