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Hamas unter Druck

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Hamas unter Druck

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Nach dem deutlichen Sieg bei der palästinensischen Parlamentswahl scheint die Zeit der Feierlichkeiten für die radikale Hamas-Organisation endgültig vorbei zu sein. Bei einer Schiesserei zwischen Anhängern der Hamas und der bei der Wahl gescheiterten Fatah-Bewegung sind im Süden des Gazastreifens vier Menschen verletzt worden. Mehr als 15 000 Fatah-Anhänger demonstrierten für den Rücktritt ihrer politischen Führung und gegen eine Koalition mit der Hamas.

Die USA und die EU wollen nach dem Erfolg der Hamas ihre Finanzhilfe für die palästinensischen Gebiete überprüfen. “Wir haben sehr deutlich gemacht, dass wir nicht mit der Hamas verhandeln werden, denn es ist eine Terrororganisation, die die Vernichtung Israels anstrebt,” sagte der Pressesprecher des Weissen Hauses, Scott McClellan. Auch der frühere israelische Ministerpräsident Simon Peres sieht die Hamas jetzt in Schwierigkeiten: “Sie müssen 150 000 Leuten Löhne bezahlen, dabei haben sie grosse Schulden, sie müssen für Recht und Ordnung sorgen. Israel ist erstmal egal, erstmal müssen sie sich um ihre eigenen Leute kümmern,” meinte Peres. Die Hamas hat inzwischen baldige Gespräche mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas über eine politische Partnerschaft angekündigt. Für den Fall einer Koalition mit der Hamas hat die militante Al-Aksa-Brigade, die zur Fatah gehört, mit der Liquidation von Fatah-Führern gedroht. Israel lehnt nach wie vor jegliche Gespräche mit einer Palästinenserregierung mit Hamas-Beteiligung kategorisch ab.