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Afghanistan-Konferenz will Wiederaufbau vorantreiben

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Afghanistan-Konferenz will Wiederaufbau vorantreiben

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Mit dem Eintreffen zahlreicher Delegationen aus aller Welt hat am Dienstag in London die Internationale Afghanistan-Konferenz begonnen. Insgesamt nehmen an dem Treffen rund 60 Länder und 12 internationale Organisationen teil. Geplant ist die Verabschiedung eines “Afghanistan-Pakts”, mit dem der Wiederaufbau in dem von Krieg und Bürgerkrieg gebeutelten Land vorangetrieben werden soll. Außerdem wollen die Teilnehmer die wichtigsten Entwicklungsziele des Landes bis 2010 festlegen. So sollen etwa zwei Drittel der Haushalte in afghanischen Städten innerhab der kommenden fünf Jahre über Strom verfügen.

Afghanistan zählt heute zu den ärmsten Staaten der Welt. Rund 80 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, also von weniger als einem Dollar am Tag; mehr als vier Millionen Menschen können sich nicht selbst ernähren. Seit 2001 erhielt das Land mehr als 15 Milliarden Dollar an Wiederaufbauhilfe. Dennoch sind viele Afghanen skeptisch: “Unsere Regierung hat schon viele Hilfsgelder bekommen”, sagt ein Mann, “aber diese Gelder gehen in die Taschen der Mächtigen. Wir waren arm und wir bleiben arm. Niemand kümmert sich um die Armen.” Afghanistan hat aber auch ein anderes Gesicht – und die Kluft zwischen Arm und Reich wird ständig größer. Neureiche Profiteure des Bürgerkrieges stellen vor allem in der Hauptstadt Kabul ihren Wohlstand zur Schau. Laut dem Finanzministerium macht der Drogenanbau etwa ein Drittel des afghanischen Bruttoinlandsprodukts aus.