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Schwere Ausschreitungen: Illegale Kleinsiedlung im Westjordanland geräumt

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Schwere Ausschreitungen: Illegale Kleinsiedlung im Westjordanland geräumt

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Bei der Räumung einer jüdischen Siedlung im Westjordanland ist es am Mittwoch zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben des Roten Davidstern wurden 115 Menschen verletzt, Sicherheitskräfte und Siedler sprechen von einer fast doppelt so hohen Zahl von Verletzten.

Der Oberste Gerichtshof Israels hatte den Abriss genehmigt. Ungeachtet eines Großaufgebotes an Polizei und Militär leisteten die Siedler größeren Widerstand als bei der Räumung des Gazastreifens im Spätsommer. Die Kleinstsiedlung Amona mit ihren neun Gebäuden liegt nördlich von Ramallah im Westjordanland. Auch nach israelischem Recht ist sie illegal. Ein hoher Polizeioffizier sprach von den schwersten Ausschreitungen gegen die Polizei, die er in seinem Berufsleben erlebt habe. Und auf der anderen Seite beklagen sich die Siedler über ein außergewöhnlich brutales Vorgehen der Sicherheitsorgane: “Ich weiß nicht, wie jemand entscheiden konnte soviel Gewalt anzuwenden”, sagte der Anführer der Siedlergruppe, Pinchas Wallerstein. Und der Knesset-Abgeordnete Rabbi Benny Elon von der rechtsgerichteten “Nationalen Union” beklagt sich: “Schauen sie sich mal an, wie sie gegen Kinder und Senioren vorgehen. Olmert glaubt, daß ihn das populär macht; ich hoffe und bete, daß er am Wahltag die Quittung bekommt”. Der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert hatte entschieden, 24 illegale Kleinstsiedlungen zu räumen. Dies hatte Israel den USA schon vor geraumer Zeit zugesagt. Die Regierung Scharon hatte dieses Versprechen aber nie eingelöst. Olmert bekräftigte, jeder israelische Bürger habe sich an die Gesetze zu halten. Seine Regierung werde das Recht durchsetzen.