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Nervenkrieg in Wien um Iran-Resolution

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Nervenkrieg in Wien um Iran-Resolution

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Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde ist in Wien zu Beratungen über das iranische Atomprogramm zusammengetreten. Ihm liegt eine von Deutschland, Frankreich und Großbritannien eingebrachte Resolution vor, in der Teheran Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag vorgeworfen werden und der Weltsicherheitsrat informiert wird.

IAEO-Generaldirektor Mohamed Al Baradei sprach davon, daß der Konflikt nun in eine kritische Phase getreten sei: “Es geht nicht um eine Gewaltandrohung. Egal ob der Rat die Angelegenheit an den Sicherheitsrat verweist oder nicht, alle sind sich einig darüber, daß nur auf diplomatischen Weg eine Lösung gefunden werden kann, und daß es für alle noch einen Ausweg gibt”, sagte Al Baradei. Der Iran hatte für den Fall, daß der Konflikt an den Weltsicherheitsrat verwiesen werden sollte, damit gedroht, seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde einzustellen. Teheran hatte erst im Dezember 2003 das Zusatzprotokoll zum Atwomwaffensperrvertrag unterzeichnet, das unangemeldete Kontrollen der Wiener Behörde in den iranischen Atomalagen ermöglicht. Diese kurzfristigen Kontrollen würden dann wegfallen. Auslöser des Konflikts war die Entscheidung des Iran im August vergangenen Jahres seine Uranareicherungsanlage in Isfahan wieder in Betrieb zu nehmen. Die Westmächte vermuten, daß sie Teil eines geheimen Atomwaffenprogramms ist. Der Iran betont, daß ihm der Atomwaffensperrvertrag das Recht zugesteht, eine Urananreicherungsanlage zu friedlichen Zwecken zu betreiben.