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Streit um Mohammed-Karikaturen eskaliert

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Streit um Mohammed-Karikaturen eskaliert

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Der Streit zwischen Dänemark und arabischen Staaten um mehrere Karikaturen des Propheten Mohammed gewinnt immer mehr an Schärfe. In Gaza verbrannten Muslime am Mittwoch aus Protest gegen die in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Zeichnungen die Flagge des Landes. In Syrien musste die Botschaft Dänemarks evakuiert werden, nachdem eine anonyme Bombendrohung eingegangen war. Die syrische Polizei riegelte das Gebiet weiträumig ab.

Wegen der Veröffentlichungen der umstrittenen Karikaturen wurde in Saudi Arabien zum Boykott von Arla Foods-Milchprodukten aufgerufen. Der schwedisch-dänische Molkereikonzern hält in dem arabischen Land einen Marktanteil von 65 Prozent und erleidet durch den Boykott täglich einen Verlust von über 1 Millionen Euro. “Es ist ein harter Schlag für unser Geschäft, seit fünf Tagen haben wir hohe Einbussen zu verzeichnen, es geht bis zum Stillstand und das nur wegen 12 Zeichnungen in einer dänischen Zeitung”, so Arla Foods-Geschäftsführer Hansen. Konsequenzen hatte der Streit auch in Frankreich: Nach der Veröffentlichung aller 12 Karikaturen wurde der Chef der Boulevardzeitung France Soir Jacques Lefranc entlassen. Der ägyptische Besitzer der Zeitung entschuldigte sich zugleich bei allen Muslimen der Welt.