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Europäische Regierungen wegen der Moslem-Proteste besorgt

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Europäische Regierungen wegen der Moslem-Proteste besorgt

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Dänemarks Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen, in dessen Land die umstrittenen Karikaturen zuerst erschienen waren, hat vor einer weiteren Eskalation des Streits gewarnt. Bei einem Treffen mit Botschaftern muslimischer Länder im dänischen Außenministerium betonte er jedoch, dass eine Entschuldigung der Regierung ausgeschlossen sei: Die Karikaturen seien von einer freien und unabhängigen Zeitung veröffentlicht worden, sagte Rasmussen, im westlichen Gesellschaftssystem seien die Medien unabhängig. In London demonstrierten mehrere hundert Muslime gegen die Karikaturen; sie zogen von einer Moschee im Norden Londons zur dänischen Botschaft im Stadtzentrum. Britische Medien haben die Karikaturen bisher nicht gezeigt. Dafür wurden sie von Außenminister Jack Straw gelobt. Es herrsche Redefreiheit, sagte Straw, doch dies sei keine Einladung zur Beleidigung oder zur leichtfertigen Provokation. Er halte die erneute Veröffentlichung dieser Karikaturen für unnötig. Die Karikaturen wurden inzwischen von zahlreichen europäischen Zeitungen nachgedruckt, meist mit einem Bekenntnis zur Pressefreiheit. Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy verurteilte in einem Fernsehinterview die Proteste in den muslimischen Staaten. Er habe gesehen, dass Flaggen westlicher Staaten verbrannt worden seien, sagte Douste-Blazy; er verurteile dies, und er verurteile grundsätzlich die Vermengung von Religion und Politik. Als erste französische Zeitung hatte France Soir die Karikaturen nachgedruckt. Danach wurde der Chefredakteur von dem ägyptischen Eigentümer des Blattes entlassen.