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Hunderte Todesopfer bei Fährunglück auf dem Roten Meer

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Hunderte Todesopfer bei Fährunglück auf dem Roten Meer

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Bei einem der schwersten Fährunglücke der vergangenen Jahrzehnte sind an diesem Freitag im Roten Meer mehrere Hundert Menschen ertrunken. Die ägyptische Fähre “Al Salam Boccacio 98” hatte rund 1400 Passagiere an Bord, als sie den saudi-arabischen Hafen Dhiba verließ. Aus bislang ungeklärter Ursache sank sie gut 90 Kilometer vor ihrem Ziel, der ägyptischen HafenstadtSafaga, unweit des Badeortes Hurgada gelegen. Die Rettungskräfte konnten bislang zwischen 300 und 400 Überlebende aus dem Wasser bergen. Am Unglücksort trieben zahlreiche Leichen, hieß es. Die Fähre hätte um 2.30 Ortszeit in Safaga ankommen sollen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Besatzung bereits einen Notruf abgesetzt. Für die meisten Menschen an Bord kam die Rettungsaktion, die am frühen Morgen begann, jedoch zu spät. An Bord der Fähre waren vornehmlich Ägypter, die von ihrem Arbeitsplatz in Saudi-Arabien in ihre Heimat zurückkehren wollten. Die Fährverbindung wird auch von vielen ärmeren Ägyptern genutzt, für die der Seeweg die billigste Reisemöglichkeit zur Pilgerfahrt nach Mekka ist. Auf der Strecke gab es schon mehrere Unfälle mit zahlreichen Todesopfern. Im Hafen von Safaga drängten sich Tausende Angehörige der Passagiere und warteten auf Neuigkeiten über das Schicksal der Vermissten. Experten halten Fähren des sogenannten Roll-on-Roll-off-Typs, zu der auch die “Al Salam Boccaccio” gehörte, generell für gefährlich.