Eilmeldung

Eilmeldung

IAEO vertagt Entscheidung über Iran-Resolution auf Samstag

Sie lesen gerade:

IAEO vertagt Entscheidung über Iran-Resolution auf Samstag

Schriftgrösse Aa Aa

Der Gouverneursrat der Inernationalen Atomenergiebehörde hat seine für Freitagnachmittag angesetzte Sitzung zum iranischen Atomprogramm überraschend auf Samstag verschoben. Wie aus diplomatischen Kreisen verlautet, bestehen zwischen den USA und Europa einerseits und den Entwicklungsländern andererseits Meinungsverschiedenheiten über den Text einer Resolution, in der dem Iran Verstöße gegen den Atomwaffensperrvertrag vorgeworfen werden und der Weltsicherheitsrat informiert wird.

Hintergrund des Streits ist das Bestreben des Iran Uran im eigenen Land anzureichern. Der Atomwaffensperrvertrag untersagt die Urananreicherung nicht. Irans Präsident Ahmadinedschad betont immer wieder das Recht des Iran auf friedliche Nutzung der Atomenergie – und die Urananreicherung ist ein wichtiges Glied des Brensstoffkreislaufs. In dieser Frage steht die Bevölkerung hinter Präsident Ahmadinedschad. Sanktionen schrecken Regierung und Bevölkerung wenig. Seit 26 Jahren lebt der Iran mit US-Sanktionen. Wirtschaftspolitisch richtet er sich vermehrt nach Asien aus. Ein Zahnarzt in Teheran meinte, Sanktionen würden Europa und dem Westen nichts bringen. Der Iran befinde sich nicht mehr in einer unmittelbaren post-revolutionären Phase, er habe inzwischen Erfahrungen damit, wie man mit Sanktionen umzugehen habe. Auslöser des Konflikts war die Entscheidung des Iran, im August vergangenen Jahres seine Uranareicherungsanlage in Isfahan wieder in Betrieb zu nehmen. Die Westmächte vermuten, daß sie Teil eines geheimen Atomwaffenprogramms ist. Dafür gibt es keinen Bewieis; andererseits hat der Iran seine Nuklearaktivitäten oft erst der Wiener Behörde gemeldet, nachdem sie auf andere Weise publik geworden waren.