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Mohammed Karikaturen: Krise spitzt sich zu

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Mohammed Karikaturen: Krise spitzt sich zu

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Die Auseinandersetzung zwischen dem Westen und der islamischen Welt um mehrere Karikaturen des Propheten Mohammed wird immer schärfer. Zahlreiche ausländische Journalisten und Diplomaten verließen am Donnerstag abend den Gazastreifen, nachdem militante Islamisten damit gedroht hatten, ausländische Staatsbürger zu entführen. Die Journalistin Sarah de Jong beschreibt die Lage als prekär: “Alles ist sehr angespannt, man hat das Gefühl, dass die Menschen wirklich wütend sind. Sie verstehen nicht, wieso jetzt auch französische Zeitungen die dänischen Karikaturen abgedruckt haben und darum sind sie außer sich.”

In Gaza-Stadt belagerten bewaffnete Anhänger der Fatah stundenlang das örtliche EU-Büro und verlangten eine Entschuldigung von den Regierungen Dänemarks, Norwegens und Frankreichs. Bereits im September hatte eine dänische Zeitung die Zeichnungen veröffentlicht; im Januar erschienen sie in einem norwegischen Blatt. Mittlerweile druckten auch Zeitungen in Frankreich, Deutschland oder Italien die Karikaturen. Im Islam ist es verboten, den Propheten Mohammed bildlich darzustellen. Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hofft nun auf eine Beruhigung der Lage. “Ich bin bekümmert darüber, dass viele Moslems die Zeichnungen als Diffamierung des Propheten Mohammed sehen”, sagte er. “Ich weiß, dass dies nicht die Absicht der Zeitung war, das Blatt hat sich entschuldigt und ich hoffe, dass wir auf dieser Grundlage eine Lösung finden.” Vorerst sieht es allerdings nicht danach aus: Aus Wut über die Zeichnungen verschleppten radikale Palästinenser am Donnerstag im Westjordanland einen deutschen Lehrer, ließen ihn aber nach einer Stunde wieder frei. Für Freitag haben einflussreiche religiöse Führer zu einem “Tag des Zorns” mit Demonstrationen in aller Welt aufgerufen.