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Wahlen in Haiti: UN-Blauhelmtruppen völlig überfordert

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Wahlen in Haiti: UN-Blauhelmtruppen völlig überfordert

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Wenige Tage vor den ersten freien Wahlen seit dem Sturz von Ex-Präsident Bertrand Aristide sind die 30 EU-Wahlbeobachter in Haiti angekommen. Ebensoviele Kandidaten bewerben sich um die Präsidentschaft, wobei dem Aristide-Vertrauten Rene Preval von der Lavalas-Partei und dem Unternehmer Charles Henry Baker die besten Chancen eingeräumt werden.

Da nach Angaben von Juan Gabriel Valds, dem Chef der UN-Mission, einige Präsidentschaftskandidaten ihre Wahlkämpfe durch Entführungen finanzieren, sind die Sicherheitsvorkehrungen für die Abstimmung entsprechen hoch. Der Kommandeur der UN-Blauhelme in Haiti, Jose Elito, sagte: “Wir sind hier als Stabilisierungstruppen, um Sicherheit und Ruhe zu gewährleisten. Wir sind keine Besatzungstruppen.” Doch im Vorfeld der Wahlen konnten auch die rund 10.000 Blauhelme Entführungen und sogar Morde nicht verhindern. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 2.000 Menschen gekidnappt. Gutes Ansehen geniesen die Schutztruppen nicht. Erst in der vergangenen Woche demonstrierten rund 300 Menschen. Sie warfen den Soldaten vor, auf Bewohner eines Elendsviertels der Hauptstadt zu schießen. Nach Angaben der Wahlbehörden haben sich rund 3,1 der 3,5 Millionen Wahlberechtigten registrieren lassen. Neben dem Präsidenten wird auch das Parlament neu gewählt.