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Aufruhr in ägyptischer Hafenstadt Sagada nach Schiffskatastrophe

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Aufruhr in ägyptischer Hafenstadt Sagada nach Schiffskatastrophe

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Nach der Schiffskatastrophe auf dem Roten Meer haben Familienangehörige der rund eintausend noch vermissten Menschen die Sperrgitter im Hafen von Safaga niedergerissen. Die meisten von ihnen hatten die ganze Nacht auf Nachricht gewartet. Überlebende klagten über Fehlverhalten der Schiffsbesatzung und den späten Beginn der Rettungsaktion. An Bord der 36 Jahre alten Fähre befanden sich 1414 Menschen; rund 400 konnten gerettet werden. Sie wurden mit Schiffen in den Hafen von Safaga gebracht. Ihren Berichten zufolge war auf der Fähre schon kurz nach der Abfahrt am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen, doch die Küstenwache sei erst rund zwölf Stunden später eingetroffen. Die Zahl der Rettungsboote sei unzureichend gewesen. Es habe keinen Alarm an Bord gegeben und niemand habe Schwimmwesten ausgeteilt, hieß es. Die Fähre war auf dem Weg von Dhida in Saudi Arabien nach Safaga auf der ägyptischen Seite des Roten Meeres. Die Verletzten wurden in zwei Krankenhäuser in Safaga und in den 60 Kilometer weiter nördlich gelegenen Urlaubsort Hurghada gebracht. Dort erhielten sie Besuch von Staatspräsident Husni Mubarak und Ministerpräsident Ahmed Nazif. Die Suche nach weiteren Überlebenden sollte zunächst fortgesetzt werden. Die ägyptischen Behörden sagten nicht, wie viele Leichen inzwischen aus dem Wasser gezogen wurden.