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Trauer und Wut entladen sich in Ägypten

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Trauer und Wut entladen sich in Ägypten

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Verzweifelte Suche nach Überlebenden der Fährkatastrophe im Roten Meer. Doch die Hoffnung bei den Hilfskräften sinkt. Etwa 390 Passagiere konnten bislang gerettet werden, rund 1.000 Menschen werden noch immer vermisst – und die Überlebenden klagen an: die Hilfe sei viel zu spät gekommen, Crew und Kapitän hätten sich in der Not nur unzureichend um die Reisenden gekümmert.

Ein Überlender schimpft: “Man hat uns nicht gesagt, wie gefährlich die Situation ist – und noch bevor die Fähre sank, verschwand die Besatzung und lies uns zurück.” Wütende und verzweifelte Angehörige lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei, die das Hafengebiet im ägyptischen Safaga abgeriegelt hatte. Sie warfen mit Steinen, weil sie keine Nachrichten über das Schicksal ihrer Verwandten und Freunde erhalten hatten. Die Polizisten gingen mit Schlagstöcken gegen die aufgebrachte Menge vor. Der ägyptische Präsident Mubarak besuchte am Samstag gerettete Opfer des Unglücks im Krankenhaus. Hinterbliebenen von getöteten Passagieren versprach erjeweils 30.000 ägyptische Pfund, das sind zirka 4.300 Euro. Die Fähre mit rund 1.400 Menschen an Bord war von Saudi-Arabien auf dem Weg nach Ägypten in Brand geraten und gesunken.