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Terroristenprozeß gegen Zacarias Moussaoui

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Terroristenprozeß gegen Zacarias Moussaoui

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Viereinhalb Jahre sind die Anschläge jetzt her. Den Schock, die eigene Verwundbarkeit erleben zu müssen, hat die Weltmacht USA immer noch nicht überwunden.Von den Tätern sind nur die Bilder der Überwachungskameras im Flughafengeblieben. 19 Selbstmordattentäter starben in den vier gekaperten Flugzeugen.Ihnen kann nicht mehr der Prozeß gemacht werden.Um so wichtiger ist für die US-Justiz die Chance, einen Mann anzuklagen, dem man vorwirft, er wäre der 20. Luftpirat gewesen, wenn nicht ein aufmerksamer Fluglehrer für seine Verhaftung gesorgt hätte.

Das war im August 2001, drei Wochen vor den Anschlägen.Der damals 33jährige Zacarias Moussaoui hatte sich im Bundesstaat Minnesota bei einer Pilotenschule für Boeing-Maschinen eingeschrieben. Dem Lehrer fiel auf,dass sich sein Schüler so gar nicht für Start und Landung interessierte. In der Voruntersuchung zu seinem Prozß räumte Moussaoui, ein französischer Staatsbürger marokkanischer Abstammung, Verbindungen zu Al Kaida und zu Bin Laden persönlich ein. Er bekannte sich schuldig gemäß der Anklage, die ihm Verschwörung vorwirft – allerdings mit der Einschränkung:” Am 9. September, das war nicht meine Verschwörung.Ich habe mich auf eine andere vorbereitet.” Der Rechtswissenschaftler Jonathan Turley von der George-Washington-Universität verweist auf das Problem dieses Prozesses: Es scheine, als sei Moussaoui in Bezug auf einige der ihm vorgeworfenen Straftaten nicht schuldig. Auch Geheimdienstleute glauben nicht, dass er der 20. Flugzeugentführer sei.

Aufklärung könnte vielleicht von einigen mutmaßlichen Verschwörern kommen, die aber in Geheimgefängnissen festgehalten werden und der Justiz nicht zur Verfügung stehen.Khalid Scheich Mohammed, 2003 in Pakistan festgenommen, gilt als Anführerund Ramzi Binalshibh als Finanzexperte .Letzteren will Moussaoui als Zeugen dafür befragen, dass er am Anschlag von 9. September nicht beteiligt war.

Auf diese Aussage hofft auch die Mutter von Moussaoui und beklagt, dass die Zeugen bisher nicht zugelassen werden. Dies wird keine einfacher Prozeß.Der Angeklagte gesteht zwar verschwörerische Absichten -aber nicht die ihm zur Last gelegte Tat.