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Proteste gegen Arbeitsmarktreformen in Frankreich

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Proteste gegen Arbeitsmarktreformen in Frankreich

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Schon wieder droht Frankreich ein Aufstand Jugendlicher. Nicht so gewalttätig wie die Ausschreitungen in den Pariser Vororten Ende letzten Jahres, doch wie damals fühlen sich die jungen Menschen von der französischen Regierung hintergangen.

Der Unmut entzündet sich am CPE, dem so genannten “Ersten Arbeitsvertrag” für Jugendliche unter 26 Jahren. Geht es nach dem Willen von Premierminister Dominik de Villepin, soll die Einführung des Vertrags neue Jobs für junge Menschen zu schaffen. Frankreich leidet mit einer Quote von rund 22 % unter eine der höchsten Jugendarbeitslosigkeiten in Westeuropa. Der CPE erlaubt es den Arbeitgebern zum Beispiel, Jugendliche ohne Angabe von Gründen fristlos zu feuern. “Neue Jobs werden gar nicht geschaffen – der Vertrag ist unfair”, so die Meinung der Kritiker. Um Druck auf de Villepin auszuüben haben Jugendorganisationen und Gewerkschaften für heute zu landesweiten Demonstrationen aufgerufen. Eine junge Frau meint, der Vertrag würde keine Stabilität bringen. Im Gegenteil, man habe keine Chance eine Wohnung zu mieten, weil man von heute auf morgen vor dem Nichts stehen könne. Doch Frankreich ist gespalten. Nicht alle sind gegen die Einführung von CPE. Man dürfe keine voreiligen Schlüsse ziehen, sagt eine andere Frau. Es würde ja auch nicht alle Jugendlichen gefeuert. Ihrer Meinung nach werde viel übertrieben. Frankreich stehen jedenfalls erneut stürmische Tage bevor.