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Aufarbeitung des Justizirrtums von Outreau geht weiter

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Aufarbeitung des Justizirrtums von Outreau geht weiter

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Nach dem Justizskandal von Outreau muss sich Untersuchungsrichter Fabrice Burgaud heute vor einem Untersuchungsausschuss der französischen Nationalversammlung verantworten. Die Parlamentarier wollen klären, wie es dazu kommen konnte, dass 13 Personen aus dem nordfranzösischen Outreau jahrelang zu Unrecht als Kinderschänder angeklagt und teilweise auch verurteilt worden waren. Ein Verdächtigter beging Selbstmord, andere verloren ihre Arbeit und ihre Ehen zerbrachen. Kinder der Angeklagten wurden in Pflegeheime gesteckt. Burgaud gilt als einer der Hauptverantwortlichen der Affäre, die inzwischen als geradezu kafkaeskes Paradebeispiel für einen selbstgerechten Justizapparat ohne ausreichende Kontrollmechanismen gilt. Justizopfer Pierre Martel beklagt, dass die Ermittlungen allein das Ziel verfolgt hätten, die Schuld der Verdächtigten zu beweisen. Es habe keine Unschuldsannahme gegeben, sondern man sei von ihrer Schuld ausgegangen. Mitte Januar hatte die Untersuchungskommission bereits die Opfer des Justizirrtums angehört. Trotz der Kritik an seiner Prozessführung, in der er Widersprüche und Hinweise ignoriert haben soll, betrachtet sich Untersuchungsrichter Burgaud nun selbst ungerecht behandelt.