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Kommunalwahlen in Nepal

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Kommunalwahlen in Nepal

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Es war eine Wahl, bei der die Kandidaten fehlten. Für fast die Hälfte der Mandate fand sich kein Bewerber – zumeist aus Angst.Denn Oppositionsparteien und vor allem die maoistischen Rebellen boykottierten die Wahlen nicht nur – die Maoisten hatten jenen, die sich zur Wahl stellten, mit dem Tod gedroht.

Die Rebellen kontrollieren fast die Hälfte des Landes.Bis in den Westen gelangen gewöhnlich nur Bilder aus den Städten, wo Polizei und Militär den vom König vor gut einem Jahr verhängten Notstand mit Waffengewalt durchsetzen. Gegen Demonstranten, die das Verhandlungsangebot der Rebellenchef unterstützen, geht die Polizei des Königs mit aller Härte vor. Seit 1996 leben die gut 26 Millionen Nepalesen am Rande eines Bürgerkriegs.Mehr als zehntausend Menschen haben in dem blutigen Konflikt ihr Leben verloren. Diese Kommunalwahlen waren der erste Urnengang seit 7 Jahren.Aber politische Kräfte, die bei der letzten Parlamentswahl zusammen 90 Prozent der Stimmen bekamen, boykottierten die Wahl.Maoisten und Oppositionsparteien, die sich Ende 2005 zu einer politischen Front gegen den König zusammengeschlossen haben, argwöhnen, der König wolle mit den Kommunalwahlen nur seine absolute Macht festigen. König Gyanendra war 2001 nach einem blutigen Familiendrama auf den Thron gelangt. Sein Bruder, der damalige Kronzprinz, hatte Vater, Mutter und weitere Familienangehörige ermordet und dann Selbstmord begangen. Stabile oder gar demokratische Verhältnisse im Königreich auf dem Dach der Welt sind nach diesen Wahlen kaum zu erwarten.Für Himalaya-Touristen bleibt also weiterhin Vorsicht angesagt.