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Teheran kündigt Wettbewerb für Holocaust-Karikaturen an

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Teheran kündigt Wettbewerb für Holocaust-Karikaturen an

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Die Proteste in der islamischen Welt gegen Mohammed-karikaturen in europäischen Zeitungen sind von der iranischen Führung weiter angeheizt worden. Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, erklärte, hinter den Vorgängen stecke eine “Verschwörung der Zionisten”. Nachdem bereits Staatspräsident Ahmadinedschad den Holocaust in Abrede gestellt hatte, kündigte nun die Zeitung “Hamschahri” einen “internationalen Karikaturen-Wettbewerb” zu dem Thema an. Der iranische Karikaturist Davoud Kazemi soll den Wettbewerb leiten. In den westlichen Ländern sei mit den Mohammed-Karikaturen eine rote Linie überschritten worden, sagte er, dies sei nun die Antwort, Karikaturen zu der “angeblichen historischen Tatsache” des Holocaust. Die Organisation der Islamischen Konferenz rief in einer gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der Europäischen Union herausgegebenen Erklärung zur Mässigung auf. Der dänische Regierungschef Anders Fogh Rasmussen sprach von einer zunehmenden globalen Krise, in der die Regierungen die Kontrolle verlieren könnten. Radikale, Extremisten und Fanatiker verfolgten bei den Protesten ihre eigenen Zwecke, fügte Rassmussen hinzu. Am Abend griffen rund einhundert Demonstranten in Teheran die norwegische Botschaft mit Steinen und Brandsätzen an. Die Polizei hinderte die Demonstranten am Erstürmen der Botschaft und vertrieb sie schließlich.