Eilmeldung

Eilmeldung

Rechtsruck in Dänemark durch Karikaturen-Krise

Sie lesen gerade:

Rechtsruck in Dänemark durch Karikaturen-Krise

Schriftgrösse Aa Aa

Nach den weltweiten oft gewalttätigen Protesten gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen hat dies auch innenpolitische Konsequenzen: Nach jüngsten Umfragen könnte die extreme Rechte in Dänemark, die Dänische Volkspartei, einen mehr-prozentigen Zuwachs verbuchen, wären heute Parlamentswahlen.

Die Dänen sind verunsichert über die heftigen Reaktionen gegen ihr Land. Auch heute gingen die Proteste in vielen islamischen Staaten weiter. Gleichzeitig gerät der dänische Ministerpräsident, Fogh Rasmussen, innenpolitisch stärker unter Druck. In Folge der Karikaturen-Krise musste die Regierung in Kopenhagen aus Sicherheitsgründen drei Botschaften im Ausland schliesslen. Zahlreiche Länder haben zum Boykott dänischer Produkte aufgerufen und Rasmussen drängt seine Staatsbürger Länder wie Indonesien oder Syrien vorsichtshalber zu verlassen. Die Mehrheit der dänischen Bevölkerung zeigt zwar wenig Verständnis für die Gewaltaktionen, aber 56 Prozent können die Wut über die Mohammed-Karikaturen nachvollziehen. Das ermittelte eine dänische Zeitung in einer Umfrage. Passanten in Kopenhagen sind wenig überrascht über die Entwicklungen: “Das war, als wenn man ein Streichholz in einen Benzinkanister schmeisst. Die Reaktionen waren zu erwarten.” “Die Leute sind arm, haben korrupte Regierungen und keine Freiheit. Sie suchen einen Anlass für ihre Wut.” Auch heute wurden in Pakistan, Iran und anderen Ländern wieder dänische Fahnen verbrannt.