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Der Mord an Rafik Hariri am 14.Februar 2005

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Der Mord an Rafik Hariri am 14.Februar 2005

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Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.Der libanesische Politiker Rafik Hariri wurde ermordet, als er sich immer nachdrücklicher für die Unabhängigkeit seines Landes vom syrischen Einfluss einsetzte. Voller Entsetzen sahen besorgte Libanesen das Gespenst des Bürgerkrieges wiederkehren. Antisyrische Losungen in den Demonstrationen nur Tage nach dem Anschlag machten deutlich, wo viele Libanesen die Anstifter zu diesem Mord sahen.Obwohl das Abkommen von Taef, das 1989 den andert-halb Jahrzehnte andauerndenBürgerkrieg beendete, neben der Auflösung der Milizen auch ein Ende ausländischer Einmischung verlangte, blieben 15.000 syrische Soldaten im Land. Dass die zwei Monate nach dem Anschlag abziehen mussten, war internationalem Druck zu danken. Wieviel Einfluß der syrische Geheimdienst trotzdem noch hatte und hat, steht auf einem anderen Blatt.

Die Serie der Attentate ging weiter. Neben Politikern traf es auch JournalistenIn dieser Situation traf der UN-Sicherheitsrat eine weitreichende Entscheidung:Er beauftragte erfahrene Ermittler aus mehreren Ländern, nach den Schuldigen zu suchen. Bis Januar 2006 leitete zunächst der Berliner Oberstaatsantwalt Detlev Mehlis die Ermittlungen, die bis zur Verhaftung wichtiger Leute aus dem libanesischen Sicherheitsdienst führten. Auch der libanesische Justizminister verweist darauf, dass das Hariri-Attentat kein Einzelfall war, weshalb der UN-Sicherheitsrat den Ermittlungsauftrag ja auch ausgeweitet habe auf alle Anschläge und Gewalttaten seit Oktober 2004. Saad Hariri, der das politische Erbe seines vor einem Jahr ermordeten Vaters angetreten hat, sagt, auf Syrien angesprochen:“Wir verlangen keinen Regimewechsel dort, aber wir wir wollen unsere Angelegenheiten selber regeln.” Ob das gelingt, hängt vom Verhalten der vielen über Jahrzehnterivalisierenden Gruppen ab. Typisch für den Libanon war immer diese sensible Machtbalance zwischen den Religionsgemeinschaften.Christen, Drusen, die in Amal und Hisbollah gespaltenen Schiiten…Einen demokratischen Libanon können sie nur gemeinsam schaffen.