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Haiti - Stimmzettel auf dem Müll

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Haiti - Stimmzettel auf dem Müll

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In Haiti sind mehr als eine Woche nach den Präsidentschaftwahlen hunderte verbrannte Stimmzettel in einer staatlichen Mülldeponie entdeckt worden. Vor diesem Hintergrund will die dortige Wahlkommission eine Untersuchung einleiten. Damit soll möglicher Wahlbetrug geprüft werden.

Die Anhänger von Ex-Präsident Rene Preval hatten bereits seinen Sieg gefeiert. Preval selbst sagte, nur durch Manipulation könne verhindert werden, dass er bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erringe. Viele Menschen gingen in der Hauptstadt Port au Prince auf die Strasse, es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Wahlkommission in dem verarmten karibischen Staat erklärte, nicht sie sei für die Stimmzettel verantwortlich sondern die Vereinten Nationen. Die Blauhelm-Soldaten hätten den Transport der Wahlzettel Überwachen sollen. Ein UN-Sprecher sagte, es könnten bis zu 35-tausend Stimmen verloren gegangen sein. Die Vereinten Nationen hatten gerade erst ihr Mandat für die Friedensmission in Haiti um weitere sechs Monate verlängert. Haiti wählte zum ersten Mal seit Ex-Präsident, Jean-Bertrand Aristide, vor zwei Jahren nach einer bewaffneten Revolte und internationalem Druck abdankte.