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Hinweise auf Wahlfälschungen in Haiti

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Hinweise auf Wahlfälschungen in Haiti

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Mehr als eine Woche nach den Präsidentschaftswahlen in Haiti ist eine mögliche Fälschung aufgedeckt worden. Auf einer Müllhalde in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince wurden tausende verbrannter Stimmzettel entdeckt. Der Provisorische Wahlrat will nun eine Untersuchung anordnen. Kurz nach der Wahl waren etwa 35 000 Stimmzettel verschwunden. Bei den Anhängern des führenden Präsidentschaftskandidaten Rene Preval löste der Fund Proteste aus. Bis zur Klärung des Vorfalls will der Wahlrat auf die Veröffentlichung von Ergebnissen verzichten.

Preval sagte, er sei überzeugt davon, dass es sich um einen massiven Wahlbetrug handle. Nach dem letzten Auszählungsstand war Preval auf weniger als 50 Prozent der Stimmen gekommen. Sollte es dabei bleiben, so wäre eine Stichwahl notwendig. Preval forderte seine Anhänger zur Ruhe auf. Demonstranten versperrten mit Barrikaden wichtige Straßen in Port-au-Prince. Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen appellierte an die Bevölkerung Haitis, sich der Gewalt zu enthalten. Zugleich verlängerte das Gremium das Mandat für die rund 9 000 Mann starke UN-Mission um weitere sechs Monate.