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Vogelgrippe in Deutschland: Für Koch-Institut "keine Überraschung"

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Vogelgrippe in Deutschland: Für Koch-Institut "keine Überraschung"

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Nach dem Auftauchen der Vogelgrippe in Deutschland hat die Bundesregierung am Mittwoch einen Krisenstab einberufen. Auf der Ostseeinsel Rügen waren mehrere tote Schwäne entdeckt worden, die laut Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts mit dem auch für Menschen gefährlichen Virus H5N1 infiziert waren. Der Leiter des Instituts, Reinhard Kurth, warnte vor übertriebener Furcht. Das Auftauchen der Vogelgrippe in Deutschland ist für Kurth allerdings nicht überraschend: “Bei der schnellen, heftigen Ausbreitung, die wir in den letzten Tagen in so vielen Ländern Europas gesehen haben, würde es mich nicht wundern, wenn weitere Länder in den nächsten Tagen dazukommen oder wenn in Deutschland auch weitere Tiere in anderen Gegenden betroffen sind.”

Tatsächlich verbreitet sich die Vogelgrippe rasch über Europa. In vier EU-Staaten wurde das Virus H5N1 bereits nachgewiesen. In Österreich spricht man allerdings noch von einem Verdacht, bis die Ergebnisse vom EU-Referenzlabor in Großbritannien bestätigt werden. In Italien hat die Tierseuche auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. 30.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, da der Konsum von Geflügelfleisch schon in den vergangenen Monaten drastisch zurückging. Experten befürchten nun, nach der Entdeckung des H5N1-Virus, eine weitere Verschärfung der Krise. EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou versuchte indessen, zu beruhigen. “Es gibt keinen Grund zur Sorge”, sagte er, “wir haben die Lage unter Kontrolle. Es ist auch nicht notwendig, auf Geflügelfleisch zu verzichten. Ich selbst habe immer Hühnerfleisch gegessen und ich rate den europäischen Bürgern, es ebenso zu halten.” In Brüssel sind am Mittwoch EU-Veterinärexperten zusammengekommen, um über Maßnahmen gegen die Vogelgrippe zu beraten. Die Kommission verbot bereits die Einfuhr von unbehandelten Federn aus Drittstaaten und stellte fast zwei Millionen Euro für nationale Frühwarnprogramme bereit.