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Kosovo - der Hintergrund

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Kosovo - der Hintergrund

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Seit dem 19.Juni 1999 steht die NATO im Kosovo.Nach drei Monaten Bombenangriffen auf serbisches Militär im Kosovo und auf Ziele in Serbien ziehen die serbischen Einheiten ab.

Die serbische Provinz Kosovo, der Slobodan Milosevic 1989 den Autonomiestatus aberkannt hatte, liegt in Trümmern.Sie sollten sich gegenüber der albanischen Bevölkerungsmehrheit als Herren aufführen, hatte der nationalistische Machthaber in Belgrad die 200.000 Serben im Kosovo ermuntert. Zehn Jahren später fliehen viele Serben in langen Trecks vor der Rache jener, die sie nicht als Herren akzeptieren wollen.

Von den heute rund 1,8 Millionen Einwohnern des Kosovo sind höchstens noch zehn Prozent Serben. Nur wenige Flüchtlinge sind zurückgekehrt, und die erleben, wie ihre vorher von der serbischen Staatsmacht unterdrückten albanischen Nachbarn nun auf die serbische Minderheit losgehen. Zum Beispiel in Mitrovica im März 2004 – 19 Tote. Der bisher schlimmste Ausbruch von schier unversöhnlichem Hass.

Und die internationale Gemeinschaft?Die hat die Provinz gleich nach dem Krieg 1999 unter UN-Verwaltung gestellt;hat 2001 den verfassungsrechtlichen Rahmen für eine provisorische Selbstverwaltung geschaffen. Faktisch heisst das, die UN-geführte Übergangsverwaltung ist für zivile und humanitäre Angelegenheiten zuständig.Die OSZE organisiert den Aufbau politischer Institutionen und die EU leitete den wirtschaftlichen Aufbau. Sie ist mit bisher mehr als einer Milliarde Euro auch der größte Geldgeber.Auch wenn nun der ehemalige finnische Präsident Ahtisaari vermittelt – einigen über den künftigen Status müssen sich Kossovo-Albaner und Serben schon selber.

Die westliche Kontaktgruppe hat Grundbedingungen vorgegeben:- keine Abspaltung – kein Anschluß an ein Nachbarland ( sprich: Albanien )- keine Rückkehr zur Situation vor 1999. Die Meinung der meisten Albaner steht an allen Wänden:” Keine Verhandlungen. Unabhängigkeit!”