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Kosovo-Verhandlungen in Wien

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Kosovo-Verhandlungen in Wien

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Sieben Jahre nach dem Kosovo-Krieg und mehrere Wochen nach dem Tod des Präsidenten Ibrahim Rugova treffen sich an diesem Montag zum ersten Mal Serben und Albaner am Verhandlungstisch. Die Gespräche unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen finden in Wien statt. Zunächst geht es jedoch nicht unmittelbar um den künftigen Status der serbischen Provinz. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Dezentralisierung, durch die die serbische Minderheit mehr Eigenverantwortung erhalten soll. Der neue Präsident des Kosovo, Fatmir Sedjiu, bleibt vorerst in der Hauptstadt Pristina. Auch die Regierung in Belgrad hat keine Spitzenpolitiker nach Wien entsandt. Seitens der UN nehmen der Kosovo-Sondergesandte Martii Ahtisaari und sein Stellvertreter Albert Rohan an den Gesprächen teil. Auch Vertreter der EU, der USA und der NATO werden zugegen sein. Das Kosovo gehört zu Serbien, wird aber seit 1999 von den Vereinten Nationen verwaltet. Von den eins Komma neun Millionen Bewohnern sind fast neunzig Prozent Albaner. Sie wollen einen unabhängigen Staat, für Belgrad aber kommt das zur Zeit nicht in Frage. Dabei spielt die Geschichte eine wesentliche Rolle: das Kosovo gilt vielen Serben als Wiege der Nation und orthodoxe Klöster wie das in Gracanica haben die Bedeutung von Heiligtümern. Die Kosovo-Albaner sind Moslems. Belgrad ist bereit, der Provinz mehr Autonomie zuzugestehen, will aber auch mehr Selbstverwaltungsrechte für die im Kosovo lebenden rund 100 000 Serben.