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Vogelgrippe in Frankreich: Auch eine kulinarische Katastrophe

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Vogelgrippe in Frankreich: Auch eine kulinarische Katastrophe

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Frankreichs Geflügelindustrie ist die größte Europas. Mehr als 900 Millionen Tiere werden jährlich aufgezogen, sechs Milliarden Euro mit dem Federvieh umgesetzt. Ausgerechnet im Herzen des französischen Hühnerlandes, in der Heimat der berühmten Bresse-Hühner, verendete nun die Wildente an Vogelgrippe.

George Blanc, Star-Gastronom und Präsident der Kontrollkommission für Bresse-Hühner beruhigt die Verbraucher. “Noch ist die Vogelgrippe nicht bei unseren Hühnern aufgetreten” sagt er und versichert, “die Menschen können ruhig Geflügel kaufen, wir garantieren Qualität und Sicherheit”. Seit Jahresbeginn, so klagt der französische Verband der Geflügelindustrie, sei die Nachfrage nach Geflügel um zwölf Prozent zurückgegangen. Nur wenige Verbraucher beherzigen die Aufrufe der Regierung “Ruhe und Gelassenheit” zu bewahren. “Nein, sie sorge sich nicht”, meinte eine Frau auf einem Pariser Straßenmarkt. “Man muss direkten Kontakt haben. Ich kaufe weiterhin meine Hühnchen. Ich vertrauen meinem Metzger. Man muss nur aufpassen”, sagte sie der Nachrichtenagentur Reuters. Huhn ist traditionell Bestandteil der französischen Küche. Schon um 1600 postulierte König Heinrich IV. “Ich wünsche, dass sonntags jeder Bauer sein Huhn im Topf hat”.