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Keine Milde für Holocaust-Leugner

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Keine Milde für Holocaust-Leugner

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Im Prozess gegen den rechtsextremen Historiker, David Irving, ist das Urteil gefallen. Irving muss für drei Jahre ins Gefängnis, weil ein Wiener Gericht es als erwiesen ansah, dass der Hitler-Biograf den Holocaust geleugnet hatte. Irvings Rechtsanwalt kündigte an, in Berufung zu gehen:

“Die Botschaft ist zu hart. Zwei Jahre Haft hätten auch gereicht.” In Österreich – wie auch in Deutschland – steht die Leugnung der Nazi-Verbrechen unter Strafe. Professor Richard Evans von der Universität Cambridge hält das für überholt: “Ich verstehe, dass die Österreicher dieses Gesetz nach dem Krieg einführten, um das Wiederaufleben des Nationalsozialismus zu verhindern. Aber jetzt – das verstehe ich nicht. Ich denke, eine solche Anklage gegen Irving ist nicht klug. Es besteht das Risiko, ihn zum Märtyrer der Meinungsfreiheit zu machen.” Irving hatte sich schuldig bekannt, während eines Wien-Besuches im Jahr 1989 bestritten zu haben, dass es Gaskammern in Ausschwitze gab und nahm die Äußerung zurück. Der vorsitzende Richter bezeichnete die Reue des britischen Wissenschaftlers jedoch als Täuschungsmanöver.