Eilmeldung

Eilmeldung

Anschlag auf schiitisches Heiligtum heizt Religionskonflikt im Irak an

Sie lesen gerade:

Anschlag auf schiitisches Heiligtum heizt Religionskonflikt im Irak an

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Sprengstoffanschlag auf eines der wichtigsten Heiligtümer der schiitischen Muslime im Irak droht der Konflikt zwischen den islamischen Religionsgruppen zu eskalieren. Am Morgen hatten bewaffnete Männer in Samarra mit Sprengstoff einen Teil der Goldkuppel des Schreins des Imams Ali al-Hadi zum Einsturz gebracht. Dabei wurde ein Mensch getötet, zwei weitere wurden verletzt. Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Das geistige Oberhaupt der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali al-Sistani, forderte sogar eine Trauerzeit von einer Woche, rief aber gleichzeitig seine Gefolgsleute auf, aus Rache keine sunnitischen Moscheen anzugreifen.

Tausende aufgebrachter Schiiten strömten nach dem Anschlag zu dem Mausoleum, das jedes Jahr Pilger aus aller Welt anzieht. Auch in mehreren anderen Städten des Irak kam es zu Protesten, wie hier in Nadschaf. Trotz des Aufrufes von Großajatollah al-Sistani wird inzwischen von Übergriffen auf sunnitische Gotteshäuser berichtet. Zehn Verdächtige seien inzwischen festgenommen worden, hieß es.