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Unruhen im Irak reißen nicht ab

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Unruhen im Irak reißen nicht ab

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Nach dem Anschlag auf die schiitische Askari-Moschee haben die Unruhen im Irak einen neuen Höhepunkt erreicht.

Aus Rache hatten nunmehr Schiiten mehr als 100 sunnitische Moscheen angegriffen. Vielerorts – wie hier in Bagdad – gingen daraufhin die Sunniten auf die Straße, um gegen die Übergriffe zu protestieren. Gleichzeitig kündigten sie an, die Verhandlungen über eine Regierungsbildung zusammen mit Schiiten und Kurden zu unterbrechen. Sie warfen der mehrheitlich schiitischen Übergangsregierung vor, die Angriffe nicht verhindert zu haben. Präsident Dschalal Talabani versuchte hingegen, die Situation zu entschärfen. Er lud die beteiligten Parteien zu einem Krisengespräch ein, welches die Sunniten jedoch blockierten. Talabani warnte eindringlich vor einem Bürgerkrieg im Irak. Mit dem Anschlag auf die Askari-Moschee – eins der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten – hatte die Gewaltspirale ihren Anfang genommen. Daraufhin folgte Vergeltung auf Vergeltung: Mehr als 130 vorwiegend sunnitische Todesopfer forderten die Übergriffe der vergangenen Stunden. Mindestens 80 erschossene Iraker wurden in eine Leichenhalle nach Bagdad transportiert, über 40 weitere wurden im Süden der Hauptstadt entdeckt. Eine Ausgangssperre bis morgen früh soll weitere Ausschreitungen in Bagdad verhindern. Auch die irakischen Sicherheitskräfte wurden in hächste Alarmbereitschaft versetzt.