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Ausgangssperre in Bagdad

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Ausgangssperre in Bagdad

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Mit einer bis Freitagnachmittag geltenden Ausgangssperre will die irakische Regierung die Welle der Gewalt eindämmen. Das Verbot gilt in Bagdad sowie in drei weiteren Provinzen. Damit sollen auch die Gläubigen an den Freitagsgebeten in den Moscheen gehindert werden. Landesweit sind bisher mindestens 130 Menschen getötet worden, die vermutlich Opfer von Vergeltungsaktionen sind. In Bagdad kam Übergangspräsident Dschalal Talabani mit den wichtigsten politischen und geistlichen Vertretern zusammen.

Die bürgerkriegsähnlichen Unruhen waren durch den Bombenanschlag auf die Goldene Moschee in Samarra augelöst worden. Sie ist eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten. Ziel des Anschlags seien Auseinandersetzungen unter der Zivilbevölkerung, so US-Präsident George W. Bush. Die Zerstörung eines Heiligtums sei eine politische Tat. Der Anschlag in Samarra hatte wütende Proteste der Schiiten ausgelöst. Die Demonstrationen schlugen in Gewalt gegen Sunniten und möglicherweise in Gegengewalt um. Zahlreiche sunnitische Moscheen waren in Brand gesetzt worden.