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Übernahmekampf um Endesa

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Übernahmekampf um Endesa

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Im Übernahmekampf um den spanischen Energiekonzern Endesa will der heimische Konkurrent seine Offerte aufstocken. Das in der Region Katalonien ansässige Unternehmen hatte noch vor dem deutschen Energieriesen E.ON sein Angebot unterbreitet, das jedoch von Endesa als feindlich bewertet wurde. E.ON machte danach mit rund 29 Milliarden Euro nicht nur ein grösseres Angebot, sondern bot zudem die gesamte Summe in bar. Die spanische Regierung kündigte eine Gesetzesänderung an, nach der die staatliche Regulierungsbehörde die Übernahme verhindern könnte. Doch die Europäische Kommission warnte Madrid nachdrücklich davor: Nach europäischem Recht habe bei europaweiten Fusionen die Kommission das alleinige Prüfungsrecht, betonte Kommissionssprecher Jonathan Todd; zudem sei das bestehende spanische Gesetz, dass der Regierung bei Beteiligungen von mehr als 3 Prozent in der Energiebranche ein Einspruchsrecht gebe, illegal.
Im Übernahmepoker auf dem europäischen Energiemarkt prüfen die beiden französischen Versorger Gaz de France und Suez ein Schutzbündnis gegen ein feindliches Angebot des italienischen Konzerns Enel. Nach Informationen der “Financial Times” haben sie dabei die Unterstützung der französischen Regierung. Für ein Zusammengehen von GdF und Suez
müsste ein Gesetz geändert werden, nach dem der
Staat 70 Prozent an GdF halten muss. ENEL interessiert sich für den belgischen Stromanbieter
Electrabel, der zu fast 99 Prozent von Suez beherrscht wird. Um auch diesen Konzern zu übernehmen, suchen die Italiener noch einen Partner, der die Wasser-Sparte von Suez erwerben möchte.