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Den Haag: Serbien-Montenegro wegen Jugoslawienkrieg auf Anklagebank

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Den Haag: Serbien-Montenegro wegen Jugoslawienkrieg auf Anklagebank

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Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag beginnt die mündliche Verhandlung über eine Völkermordklage gegen das ehemalige Jugoslawien. Hintergrund ist der Krieg um die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas in der ersten Hälfte der 90er Jahre. Das Land wirft dem Nachbarstaat Serbien und Montenegro als Rechtsnachfolger Jugoslawiens vor, mit Aggression und Völkermord auf seine Unabhängigkeitserklärung reagiert zu haben. Die Klage Bosniens stammt bereits aus dem Jahr 1992. Damals hatte sich das Land von Jugoslawien losgelöst.

Die Folge war ein brutaler Bürgerkrieg zwischen Serben, Muslimen und Kroaten. So verübten Serben unter anderem im Juli 1995 in Srebrenica ein Massaker an etwa 8000 bosnischen Muslimen, für das auch die Serbenführer Karadzic und Mladic verantwortlich gemacht werden sollen. In der vergangenen Woche hatten in Sarajewo erneut Demonstranten, darunter viele Angehörige von Kriegsopfern, gefordert, endlich mit der Verhandlung zu beginnen. Auch wenn bis zu einem Urteil noch Jahre vergehen können.